Werbegeschenke, Proben und Gewinnspiele – Warum Unternehmen Produkte verschenken

Geschenke

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Sobald eine neue Firma gegründet wird, ein neues Produkt erscheint oder die nächste Saison beginnt, rieselt es in vielen Unternehmen nur so mit Geschenken. Besonders in der Vorweihnachtszeit sind viele Firmen besonders spendabel und werfen nur so mit gratis Kostproben um sich. Auch die Anzahl an Gewinnspielen steigt zu Weihnachten deutlich in die Höhe. Aber lohnen sich die Kosten für Geschenke tatsächlich oder leidet das Ansehen einer Marke sogar durch zu viele Giveaways?

Geschenke sorgen für Aufmerksamkeit

Wer ein Gewinnspiel startet oder kostenlose Goodies verteilt, schafft damit eine Werbung, die sich von selbst verbreitet. Statt das gleiche Geld in geschaltete Werbung zu investieren, sprechen sich großzügige Angebote unter potentiellen Kunden herum und Gewinnspiele werden auf sozialen Medien wie Facebook geteilt. Je mehr Menschen sich ein Geschenk abholen oder an einem Gewinnspiel teilnehmen, umso größer wird die mediale Aufmerksamkeit. Startet eine Bar eine Aktion, bei der kostenlos Getränke verteilt werden und stellt die Information auf Facebook oder anderen sozialen Medien, können sich User gegenseitig darunter taggen und somit auch all ihre Freunde darauf aufmerksam machen. So verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Aber auch die gute, alte Mundpropaganda sollte nicht unterschätzt werden. Wer Interessenten mit Geschenken belohnt, erzeugt ein positives Erlebnis, das nur zu gerne weitererzählt wird.

Neue Produkte ausprobieren

Photo by Ho Hyou on Unsplash

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Viele Firmen haben bereits einen treuen Kundenstock, der immer wieder bei ihnen einkauft. Trotzdem sind sie bei neuen Produkten eher vorsichtig und bleiben lieber bei Altbewährtem. Ein Klassiker hierfür ist die Parfumabteilung. Wer bei Douglas sein Lieblingsparfum einkauft, geht meist mit ein paar zusätzlichen kleinen Probefläschchen nach Hause. Das ist schlau, denn besonders bei Produkten, die relativ teuer sind, wollen Kunden kein Risiko eingehen. Durch die Kostproben können sie neue Produkte einfach testen, ohne dafür Geld auszugeben. Gleiches gilt auch für Abonnements und Mitgliedschaften. Wer ein kostenloses Probetraining in einem Fitnesscenter erhält, wird sich nach einer Session viel eher für einen Jahresvertrag verpflichten, als zuvor. Eine weitere Möglichkeit, um Kunden das Risiko eines Fehlkaufs zu nehmen, ist die „Geld-zurück-Garantie“. Manche Produkte lassen sich nicht besonders gut als Proben verschenken. Hier ist die Garantie zur Rücknahme eine gute Technik.

Zum Kaufen anregen

Oftmals werden Produkte verschenkt, die weitere Käufe generieren. Hier kommt wieder das Beispiel der Bar ins Spiel. Wer den ersten Begrüßungscocktail verschenkt, kann davon ausgehen, dass die meisten Gäste weitere Getränke und vielleicht sogar Speisen bestellen werden. Ein schlauer Trick! Genauso funktioniert es mit „2 zum Preis von 1“-Aktionen. Hier freut sich der Kunde über Geschenke, konsumiert aber gleichzeitig. Zu Events wie dem Valentinstag können Restaurants zum Beispiel mehrgängige Menüs für zwei zum Preis von einem Anbieten. Die Kosten für die doppelte Menge halten sich in Grenzen und es gibt kaum mehr Aufwand für das Personal. Gleichzeitig bestellen Kunden Wein und Champagner auf eigene Kosten.

Meinungen einholen

Wer ein neues Produkt herausbringt, muss sich auf das Feedback von Testern und Kunden verlassen. Sobald das Produkt verkauft wird, unterliegt es dem strengen Urteil der Konsumenten und sind diese nicht zufrieden, können negative Bewertungen den Ruf eines Unternehmens beschädigen. Bei kostenlosen Testreihen sind Kunden jedoch viel verzeihender. So kann man Kundengeschenke mit Fragebögen verteilen und sich damit direktes Feedback einholen. Die Firma GartenXXL sucht bspw. monatlich neue Tester für ihre Produkte und holt sich somit die nötige Kritik für Verbesserungen ein.

Gegen Konkurrenz durchsetzen

Wenn das Unternehmen keine spezielle Nische bedient, kann man davon ausgehen, dass die Konkurrenz stark ist. Besonders im Online-Bereich muss man daher mit guten Aktionen auf sich aufmerksam machen. Ein Beispiel dafür sind Online-Casinos. Die Plattform Betway vergibt Willkommensboni bei jeder Neuanmeldung. Wenn Kunden also die Wahl zwischen gleichwertigen Anbietern haben und sich nicht entscheiden können, sind solche Goodies ein ausschlaggebendes Kriterium, um Kunden anzuwerben.

Daten sammeln

Gewinnspiele werden oft dazu genutzt, um Email-Adressen oder andere Daten von potentiellen Kunden zu sammeln. Mit Hilfe der Daten können Firmen gezielte Werbungen als Newsletter aussenden und mehr über ihre Interessenten herausfinden. Je mehr Informationen man dabei bereitstellen muss, desto größer sollte der potentielle Gewinn sein. Wer bspw. ein Wochenende in einem Luxushotel oder einen Flug verschenkt, kann nicht nur jede Menge Daten einfordern, sondern auch um eine Bewertung des Gewinners bitten. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Assoziationen mit der Marke

Menschen lieben es, etwas geschenkt zu bekommen – vor allem wenn sie dafür keine Bedingungen erfüllen müssen. Wer seinen Kunden also etwas schenkt, ohne irgendetwas im Rückzug zu verlangen, der macht sie glücklich und hinterlässt ein positives Gefühl. Verschenkt ein Restaurant bei jedem Besuch einen kostenlosen Apparativ oder eine Vorspeise, fühlen sich Besucher ganz besonders wertgeschätzt. Eine nette Kleinigkeit für Stammkunden ist auch immer eine gute Idee, denn man vermittelt damit das Gefühl einer Sonderstellung – und wer will sich nicht besonders fühlen?! Aufpassen sollte man jedoch mit falschen Rabatten. Wer bspw. Dauerrabatte auf Produkte gibt, vermittelt über einen längeren Zeitraum nur den Eindruck, dass der ursprüngliche Preis zu hoch angesetzt war. Man sollte seinen Kunden also niemals etwas vortäuschen, sondern immer alle Details genau kommunizieren, denn damit verliert man sie dauerhaft. Auch versteckte Mitgliedschaften oder andere Verpflichtungen sorgen für Groll und ein schlechtes Image.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, heißt es in einem Sprichwort – und dabei liegt die Betonung auf „klein“. Denn es braucht keine großen Aktionen, die das Unternehmen in den finanziellen Untergang stürzen, um Kunden anzulocken. Ist etwas kostenlos, freuen sich Kunden über praktisch alles. So macht man auf sich aufmerksam, erzeugt ein gutes Firmenimage und kann sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.