700 Jahre Unterhaltung: Die Geschichte der Casinos

Die Geschichte der Casinos, so wie wir sie heute kennen, reicht zurück bis in das 13. Jahrhundert. Das ist erstaunlich, schließlich ist das Glücksspiel bereits 5.000 Jahre alt. Bereits 3.000 vor Christus entstanden die ersten Würfelspiele. Doch es sollte noch mehr als 4.000 Jahre dauern, bis die Vorläufer der heutigen Casinos aufkamen. Die Menschen haben in ihrer Geschichte immer das Glück gesucht. Die Bandbreite der Spiele ist enorm. Sie reicht von klassischen Casino-Spielen bis hin zu Gewinnspielen von Unternehmen.

Im Mittelalter fanden Spiele vor allem bei Jahrmärkten, Messen und Festen aller Art statt. Schon damals vergaben die Kommunen, bzw. die Fürsten die Konzessionen für die Durchführung der Spiele. Mit der Zeit führten mehr und mehr Verbote dazu, dass die Casinospiele von den Festen verdrängt wurden.

Photo by katjasv, Pixabay CC0 Public Domain

Von der Öffentlichkeit in das Spielhaus

An ihre Stelle traten sogenannte Spielhäuser. Diese wurden vor allem von der Oberschicht frequentiert, das einfache Volk traf sich in Gasthäusern, um ihrer Spielleidenschaft zu frönen. Wer ein Spielhaus errichten und betreiben wollte, musste gewisse Vorschriften beachten. Dazu zählte nicht nur die Ausgabe der Karten, sondern auch das Abführen von Steuern und Abgaben an den Lizenzgeber, die öffentliche Hand. Diese neue „Urform“ eines Casinos breitet sich schnell in ganz Europa aus. Der Vorteil lag auf der Hand. In den Spielhäusern konnte Glücksspiele gespielt werden, die sonst überall verboten waren.

Bereits im 14. Jahrhundert gab es im deutschsprachigen Raum die ersten Spielhäuser und zwar in Frankfurt und Würzburg. Die Pächter waren in der Regel von höherem Stand. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts entstanden auch die ersten Kartenspiele, die in den folgenden Jahrhunderten einen regelrechten Siegeszug antraten. Einige davon sind bis heute höchst populär.

Ein Kartenspiel wird zum Massenphänomen

Zahlreiche Kartenspiele haben es weit über den “Tellerrand” von Casinos hinaus geschafft bei einer breiten Masse populär zu werden. Dazu zählen nicht nur Blackjack und Bakkarat, sondern auch andere Varianten des Poker, wie Texas Hold´em. Diese gelten mittlerweile als Kartenspiele, bei denen hohe strategische und mathematische Fähigkeiten erforderlich sind. Gerade die noch relativ junge Variante Texas Hold´em hat in den letzten fünfzehn Jahren einen wahren Siegeszug hingelegt. Mitverantwortlich dafür waren nicht nur die einfachen Regeln des Spiels, sondern auch zahlreiche erfolgreiche TV-Übertragungen von den größten Pokerturnieren der Welt, wie der World Series of Poker.

Die besten Spieler der Welt haben längst den Status von internationalen Stars erreicht und werden dementsprechend gefeiert. Dies wurde auch in Deutschland deutlich als Pius Heinz im Jahr 2011 als erster Deutscher Poker-Weltmeister in Las Vegas wurde.

Die Herrscher wittern Geld

Den nächsten großen Entwicklungssprung erlebten Casinos im 17. Jahrhundert. Das erste, bis heute bekannte Casino, war das Ridotto in Venedig. Seine Aktivitäten waren allerdings stark mit dem Karneval in Venedig verknüpft. Zu dieser Zeit begannen die Herrscher ihrer Zeit die Casinos als Geldquelle zu entdecken. Der Kaiser von Frankreich Napoleon Bonaparte erließ in Italien ein Verbot für das private Glücksspiel und sorgte so dafür, dass das öffentliche Glückspiel florierte.

Demensprechend stiegen seine Steuereinnahmen. Das Aufkommen der ersten Staatslotterien hatte zur Entwicklung der Wahrscheinlichkeitsrechnung geführt, eine Basis, die bis heute in den Casinospielen zur Anwendung kommt. Der Casinos-Klassiker Roulette entstand und sorgte für regen Zulauf. Nachdem die französischen Casinos im 19 Jahrhundert in ganz Europa bekannt geworden waren, schlug das Pendel zurück. Großflächigen Verboten folgte die Schließung der Spielstätten in Frankreich. Daraufhin verlagerte sich der Betrieb von Casinos in deutsche Badeorte. Diese waren bereits in der Antike beliebte Spielorte gewesen.

Nun entstanden echte Casinos, Baden Baden erlangte bald einen internationalen Ruf. Die aufkommende öffentliche Kritik an diesen Casinos führte zur Schließung im Jahr 1872. Das europäische Casino-Zentrum verlagerte sich daraufhin nach Monte Carlo. Dort hatte Prinz Charles in der Einführung von Casinos eine Möglichkeit gefunden, seine leere Staatskasse aufzufüllen. Erst 1933 wurde in Deutschland das Spielbankenverbot aufgehoben, die Casinos nahmen wieder ihren Betrieb auf.

Photo by whekevi, Pixabay CC0 Public Domain

Status quo in Deutschland

Das Glückspiel und der Betrieb von Casinos sind heute im deutschen Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Diese Vereinbarung zwischen den Bundesländern definiert genau, wer, unter welchen Voraussetzungen Spielbanken in Deutschland betreiben darf. Casinos sind in Deutschland fest in staatlicher Hand, private Betreiber erhalten derzeit keine Lizenzen. Die fortschreitende technologische Entwicklung hat jedoch zur Entstehung zahlreicher Online-Casinos geführt, die ihren Betrieb weltweit im Internet anbieten. Eine genaue gesetzliche Regelung für Deutschland steht noch aus, soll jedoch im Zuge der Neugestaltung des Glücksspielstaatsvertrages in den nächsten eineinhalb Jahren erfolgen.