Als TV-Zuschauer Geld gewinnen – ein Rückblick in die Fernsehgeschichte

Wie schön wäre es, wenn man zuhause auf seinem Sofa sitzen könnte und beim Anschauen von Lieblingssendungen im Fernsehen mal eben nebenbei etwas Geld gewinnen könnte! Das ist gar nicht so unrealistisch, wie es sich im ersten Moment anhört. Bereits seit über 50 Jahren wird der Fernsehzuschauer in das Fernseh-Programm miteinbezogen und nicht selten kann dabei gutes Geld gewonnen werden. Die Rede ist hierbei nicht von sogenannten Call-In-Shows, wo Zuschauer über Telefon-Hotlines mit teils sehr hohen Gebühren im Live-Fernsehen anrufen sollen, um eventuell etwas Geld gewinnen zu können. Die Geschichte des Fernsehens zeigt, dass es durchaus seriöse Sendungen gab und auch immer noch gibt, in denen Zuschauer die Möglichkeit haben, hohe Geldsummen gewinnen zu können.

Auch wenn man sich nicht aktiv an der Gewinnmöglichkeit beteiligen konnte, so war die Ziehung der Lottozahlen in der ARD, die das erste Mal im September 1965 ausgestrahlt wurde, ein Gewinnspiel-Erlebnis, das direkt am Fernsehgerät verfolgt werden konnte. Wer auf die richtigen Zahlen getippt hatte, erfuhr zuerst durch die TV-Ausstrahlung ob er gewonnen hatte. Fernsehzuschauer, die auch im Besitz eines Loses der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) waren, hatten zwischen den Jahren 2001 und 2008 sogar die Chance, an der SKL-Millionenshow im Fernsehen teilzunehmen und vor Ort viel Geld zu erspielen. Immerhin konnte man in dieser Sendung mit viel Glück einen unglaublich hohen Geldgewinn von 5 Millionen Euro erzielen, was tatsächlich auch einigen Kandidaten gelang. Die SKL-Show hatte mit durchschnittlich 5 Millionen Zuschauern jahrelang gute Einschaltquoten, allerdings ließ das Interesse an Lotterie TV-Aufzeichnungen nach, sodass sowohl die Lottozahlen-Ziehung, als auch die SKL-Show mittlerweile nur noch im Internet übertragen werden.

Lottokugeln

Lottokugeln

Das Prinzip, dass eine Fernsehsendung umso attraktiver für die deutschen Zuschauer wurde wenn man Geld gewinnen konnte, haben sich im Laufe der Fernsehgeschichte fast alle Unterhaltungs- und Quizshows zu Nutzen gemacht. Anfänglich wurden viele Gewinnspiele für Zuschauer durch eine Teilnahme per Postkarte entschieden, was sich mit der bundesweiten Verbreitung von Telefonapparaten änderte. Das hatte zur Folge, dass in den Fernsehshows dazu übergegangen wurde, die treuen Zuschauer aktiv mit einzubinden. Ein Beispiel dafür ist eine der beliebtesten Fernsehshows der 90er Jahre namens „Glücksrad“, welche die ganze Familie von Jung bis Alt glücklich vor dem Fernseher vereinen konnte. Mittels eines Zuschauerspiels, das in die Show eingebaut wurde, ermittelte man per Zufallsprinzip einen SKL-Losbesitzer, der während der TV-Aufzeichnung angerufen wurde und ein Rätsel an der Ratewand des „Glücksrads“ lösen durfte. Die Sendung wurde im Jahr 2002 eingestellt, da sie trotz relativ guter Zuschauerquoten nicht mehr zeitgemäß war. So versetzt eine Weiterentwicklung wie die „Dream Catcher“ Version das „Glücksrad“ in das 21. Jahrhundert, dadurch dass man selbst live mitspielen kann. Denn beliebte Fernsehshows aus dem vorigen Jahrhundert wie das „Glücksrad“ sind in ihrem Konzept überholt und müssen dem Internet-Zeitalter angepasst werden, um der Zielgruppe gerecht zu werden. Genau das spiegelt auch die jüngste Wiederbelebung des „Glücksrads“ im Fernsehen wieder. In 2016 wurde die Show neu aufgelegt, allerdings ist das TV-Publikum mit etwa 150.000 Zuschauern pro Sendung längst nicht mehr so begeistert von der Dauerwerbesendung wie in den 90er Jahren.

Zur gängigen Praxis innerhalb der meisten Unterhaltungs-Sendungen im deutschen Fernsehen ist es geworden, die Zuschauer durch Quizfragen mit Einsetzen der Werbepausen am Bildschirm zu halten. Dafür wird in der Regel eine relativ simple Frage mit zwei Auswahl-Möglichkeiten gestellt. Seine Antwort kann man dann per Anruf oder SMS abgeben. Die Gewinner der Geldpreise werden noch innerhalb der Sendezeit ermittelt und am Ende der Sendung bekannt gegeben. Bei Live-Shows werden diese direkt vom Moderator genannt und bei Aufzeichnungen werden die Gewinnernamen im Bild eingeblendet. So muss man zum Beispiel bei Deutschlands erfolgreichster Quizshow „Wer wird Millionär?“ nicht einfach nur zuschauen wie andere Menschen große Geldgewinne einstreichen, sondern jeder Fernsehzuschauer kann selbst sein Glück versuchen. In den Werbe-Unterbrechungen von „Wer wird Millionär?“ kann man 5.000 Euro, bei Sondersendungen sogar 10.000 Euro gewinnen.

Die bisher interaktivste und direkteste Einbindung von Zuschauern in eine Fernsehsendung stellte das „Quizduell“ Format dar. „Quizduell“ ist eine Handy-App, auf der man sich seit 2013 mit seinem Wissen gegen andere Mitspieler in Duellen behaupten kann. In Deutschland nutzen über 5.000.000 Handy-Besitzer die App und da lag es nah, eine Live-Fernsehshow daraus zu entwickeln. Das Spannende für Zuschauer der Sendung war, dass man direkt mit seinem Smartphone gegen die Show-Kandidaten antreten konnte. Aus allen teilnehmenden „Quizduellanten“ wurde ein „Team Deutschland“ gebildet, das am Ende als Sieger der Show hervorgehen konnte. Aus dem „Team Deutschland“ wurde im Siegesfall eine bestimmte Anzahl an Spielern, die live mit geraten hatten, ausgelost und live im Fernsehen als Gewinner angezeigt. Diese Fernsehshow ist derart modern und ihrer Zeit voraus, dass die Zuschauer nicht nur parallel auf ihrem eigenen Handy mitspielen können, sondern zudem auch sofort erfahren, ob ihre Beteiligung sich in Form eines Geldgewinns bezahlt gemacht hat. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass man bei „Quizduell“ keine besonders hohen Geldbeträge erspielen konnte und diese im Fall eines Sieges außerdem auch auf mehrere Spieler aufgeteilt wurden. Mit über 2,4 Millionen Zuschauern täglich lief die Quizsendung bis 2016 sehr erfolgreich, allerdings stehen aktuell noch keine neuen Sendetermine an.

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